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Geschichte

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Balsafloss Die Nutzung von Balsaholz ist eng mit der Geschichte des Ibero-Amerikanischen Kontinents verknüpft und reicht weit in dessen Vergangenheit zurück.

Ausgrabungen in Perú und bis Mittelamerika lassen darauf schliessen das Balsaholz in Form segelführender und steuerbarer Flösse bereits tausend Jahre vor der schriftlich fixierten Geschichte der Inkaperiode und der spanischen Konquista beim Seetransport und Kulturaustausch an der südamerikanischen Pazifikküste und zu den pazifischen Inseln eine ausserordentlich wichtige Rolle spielten. 

Der erste Augen zeugen Bericht über solch ein segeltragendes Balsafloss stammt noch aus der Zeit vor der Endeckung des Inkareiches. Bereits im Jahre 1526 berichtete Francisco Pizarro von der Sichtung  eines Balsaflosses auf offener See, in Höhe von Panama, als er zu seiner zweiten Erkundungsfahrt aufbrach (die dann zur Endeckung des peruanischen Inkareiches führen sollte).

Aus dieser Zeit stammt auch die Bezeichnung dieser Holzart: BALSA, das spanische Wort für "Floss". Als wahrscheinlich ursprüngliche indianische Bezeichnung für Balsaholz wird in historischen Quellen verschiedentlich der Name PUCRO genannt.

Dieses erste von Pizarro gesichtete und beschriebene Balsafloss war ein mit Waren schwer beladenes Handelsschiff. Die Spanier schätzen seine Tragfähigkeit auf umgerechnet 36 metrischen Tonnen, verglichen mit den 40 Tonnen ihrer eigenen Karavelle, die zudem nur halb soviel Personen Platz bot wie das Floss! Auf dem Wege zur Insel Santa Clara im Golf von Guayaquil überholte Pizarro dann binnen weniger Tage weitere dieser grossen Segelflösse.

Alexander von Humboldt sah noch während seiner südamerikanischen Reise im Jahre 1803 auf dem Guyasfluss bei Guayaquil grosse segeltragende Balsaflösse mit aufgesetzter Bambushütte, achterner Feuerstelle und Steckschwertern zur Steuerung. In seiner Reisebeschreibung ist davon eine schöne Aquarellzeichnung veröffentlicht.

Desweiteren wird man sich an den norwegischen Forscher Thor Heyerdahl erinnern der mit seinem, solchen Flössen nachgebauten, Balsafloss ãKon-Tikiä im Jahre 1947 den Pazifik überquerte, um u.a. damit seine Theorie der Besiedelung des pazifischen Inselraumes durch südamerikanische Volksstämme unter Beweis zu stellen.

Dies machte ihm übrigens ein spanischer Abenteuerer, Vital Alzar, in den Jahren 1966 (ãBalsa Pacificaä), 1970 (ãLa Balsaä) und 1973 mit einer Flotte von drei Flössen ("Guayaquil", "Azatlán" und "Mooloolaba") nach. Diese letzte Expedition erreichte die Küste des Australischen Kontinentes.

Die bisher letzte dieser Balsafloss-Expeditionen fand Ende 1998 statt, als eine multinationale Gruppe mit dem Floss "Manteño Huancavilca" vom ecuatorianischen Fischerdorf Salango zur Überfahrt nach Hawaii startete. Diese Expedition  kam allerdings nur bis etwa auf die Höhe von Panama, als  sich das Floss mehr oder weniger in seine Einzelteile auflöste. 
Noch heute werden kleine Balsasegler, drei zusammengezurrte Balsastämme von ca. 4,5 Meter Länge und 40 cm Durchmesser, versehen mit Kielschwert und Dreieckssegel, von den Fischern an der ecuatorianischen Pazifikküste zum täglichen Fischfang genutzt, die sogn. Balsillas.

Die wirtschaftlich-industrielle Nutzung und der Export des ecuatorianischen Balsaholz begann in den dreissiger Jahre dieses Jahrhunderts und nahm einen enormen Aufschwung während des Zweiten Weltkrieges. Während dieser Zeit herrschte naturgemäss ein enormer Bedarf an maritimen Rettungsgerät. Balsaholz  wurde aufgrund seiner Leichtigkeit und der hohen Schwimmfähigkeit ein exzelenter Ersatzwerkstoff für das knappe Korkmaterial - und erhielt dadurch auch den Status eines "strategischen Rohstoffes". Auch für Teile des damaligen Flugzeubaues - z.B. beim englischen Jagdbomber D.H. Mosquito - wurde Balsaholz als Konstruktionsmaterial eingesetzt.

Heute ist die Verwendung des ecuatorianischen Balsaholzes auf weniger kriegerische Zwecke gerichtet und beschränkt sich auf die angenehmeren Seiten unseres täglichen Lebens. Wie z.B. zum Bau von ferngesteuerten Flug- und Schiffsmodellen, zur Konstruktion von Segel- und Motoryachten oder zu  hochwertigen Surfbrettern.

Für das Land Ecuador, welches etwa 85% des weltweiten Bedarfs an Balsaholz abdeckt, ist die hiesige Balsa-Verabeitungsindustrie und die Ausfuhr dieses Holzes ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Und es war bereits vor Beginn der internationalen, öffentlichen,  Tropenholzdiskussion die Selbsterkenntniss und Eigeninitiative der ecuatorianischen Balsaholzindustrie eine nachhaltige forstwirtschaftliche Nutzung dieses Tropenholzes der Sekundärwälder u.a. mittels Plantagenanbau zu betreiben.

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Huancavilca" Balsa 1Zoom PhotoIn Memorian an unseren Freund
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