![]() |
|
SÄGEWERK In früheren Jahren wurden die Balsaholzstämme aus den Einschlaggebieten noch als grosse Flösse auf dem Wasserweg direkt zu den Verarbeitungszentren, z.B. Guayaquil, geflösst und in den dortigen stationären Sägewerken eingeschnitten und weiterverarbeitet. Der Einschnitt von Balsastämmen erfolgt nicht wie sonst üblich in Form von Brettern oder Bohlen, sondern in Form von Kantelhölzern mit sehr variablen Querschnitt- und Längenmassen, als sogn. Sägefallendes Holz, in Abhängigkeit von den nutzbaren Stammdurchmessern und ölängen. Die Querschnittsmasse dieser Balsakantel sind darum mit etwa 90 x 50 mm bis zu 220 x 130 mm, im Mittel 100-140 x 70-100 mm, sehr variabel. Ebenso die Längenmasse, die von etwa 1000 bis max. 2500 mm abgelängt werden. Eine kurze Zeitspanne zwischen fällen, einschneiden und anliefern des Balsaholzes im Verarbeitungswerk und der daran anschliessenden Trocknung ist qualitätsentscheidend. Im industriellen Verarbeitungsprozess beträgt diese in der Regel nur etwa 6 bis 20 Tage. Eine insektizide und fungizide Behandlung Behandlung des frischen Holzes kann daher in der Regel entfallen. HOLZTROCKNUNG Aufgrund seines anatomischen Aufbaues ist Balsaholz in der Lage grosse Mengen Feuchtigkeit (Wasser) zu speichern. Die Holzfeuchte des gefällten Balsastammes beträgt ca. 300 bis 400%. Das frische Schnittholz weist bei Anlieferung noch Holzfeuchtewerte von rd. 100 bis 250%, im Mittel 120-160%, auf (u.a. Jahreszeitlich- und Rohdichteabhängig). Freiluftrocknung: Die Freilufttrocknung ist unter Beachtung der entspr. Bedingungen (gute Stapeldurchlüftung, Sonnenschutz, etc.) ohne weiteres möglich und teilweise auch noch anzutreffen. Die Kantel werden dabei als Kreuzstapel (Castillo) gestapelt oder Scherenförmg (Tijera) aufrecht aufgestellt. Standort- und Saisonal-Klimabedingt kann auch hierbei in der Regel auf eine fungizide und insektizide Vorbehandlung (Tauchen, Spritzen) des Holzes verzichtet werden. Eine leichte optische Qualitätsminderung, z.B. auf Grund mehr oder weniger starke Grau- oder Blauverschleierung im Kernbereich des Kantels durch Pilzbefall und ein starkes Feuchtgefälle innen/aussen werden sich kaum vermeiden lassen. Dies insbesondere bei dickeren Querschnitten (>80 mm) u/o schwererem Holz (>0,18 g/cm3). Aus verschiedenen fertigungstechn. Gründen kann eine Freiluft-Vortrocknung bis auf etwa Fasersättigungspunkt (FSP, ca. 35%), z.B. bei dünneren Hölzern (<80 mm), eine akzeptable Alternative sein. Mit der anschliessenden Kammertrocknung wird das vorgetrocknete Holz dann auf seine Gebrauchsfeuchte von etwa 10% getrocknet. Die Trocknungszeit bis auf FSP bei der Freilufttrocknung beträgt im Mittel etwa 10-14 Tage pro Zoll (25,4 mm) Holzdicke. Kammertrocknung: Dieses heute allgemein übliche Verfahren der Holztrocknung wird auch als Künstliche oder Technische Holztrocknung bezeichnet. Als Standartverfahren für die Schnittholztrocknung wird die sogn. Frischluft-Abluft-Trocknung (Verdunstungs- bezw. Konvektionstrocknung) bei Normaltemperatur (< 100°C) auch bei der Balsaholztrocknung angewandt. Die für eine einwandfreie techn. Holztrocknung notwendigen Holztechnologischen Vorbedingungen, wie z.B. relativ gleichmässige Anfangsfeuchte, homogene Rohwichte, einheitliche Holzdicke mit durchgehenden Stapelfugen, etc., sind bei der Trocknung von Balsa leider nicht gegeben oder könnten nur mit unverhältnissmässig hohem Aufwand realisiert werden.
Bei derart grossen Differenzen fast aller trockentechnisch relevanter Faktoren kann die Trocknungsführung notgedrungen nur mit den entspr. Durchschnittwerten der gesamten Charge gesteuert werden. Balsaholz sollte in der Anfangsfase (erste Hälfte) und bis Erreichen der Grenzfeuchte (uGr, 35-40%) mit einem mildem Klima, vorsichtig getrocknet werden. Beginnend mit geringer Temperatur (50 bis 60°C), aber hoher Gleichgewichtsfeuchte (uGl 15 bis 18%). Die Trocknungs-Endtemperatur liegt bei 75 bis 85°C, in Abhängigkeit von der mittleren Holzdicke. Bedingt durch die insbesondere bei Balsaholz zu messenden extrem hohen Holzfeuchtewerte (Hf) über weite Bereiche des Trocknungsprozesses sind Hf-Messgeräten mit Wiederstandsmessung lediglich für die Endfeuchtemessung anwendbar. Die Anfangsfeuchte wird optimal mittels der Darrmethode (Darrwaage) ermittelt. Die reale Feuchteabnahme und die jeweilige Ist-Holzfeuchte kann während der Trocknung zuverlässig nur mittels sogn. Folgeproben Gewichtsmässig-rechnerisch ermittelt werden. MASCHINELLE BEARBEITUNG Unter Berücksichtigung der spezifischen Besonderheiten von Balsaholz (sehr weich und lockere Faserstrucktur) lässt sich das getrocknete Holz mit allen Standort-Holzbearbeitungs-maschinen und -werkzeugen sauber und problemlos bearbeiten.
Sägen: Bei Kreisägeblättern aus legierten Werkzeugstählen (HL, SS, HSS) und bei Bandsägen ist beim schränken der Sägezähne unbedingt auf eine gleichmässige Schränkung und Zahnflugkreis zu achten. Hobeln/Fräsen/Bohren: Zur Erzielung von sauberen, glatten Oberflächen sind auch bei der Hobelbearbeitung scharf und exakt geschliffene Werkzeugschneiden (Hobelmesser, Fräser) Bedingung. Schleifen: Mit Schleifbändern Körnung von 80 (Vor- oder Egalisierschliff) bis 120 (Feinschliff). Nicht zu feine Körnung, da sonst die Gefahr des Zusetzen des Schleifmittels besteht. Schälen/Messern: Die Schälbearbeitung von Balsaholz ist zwar möglich und versucht worden, aber der techn. Aufwand und das qualitativ schlechte Ergebniss sind nicht adäquat für die Verwendungszwecke. Verleimen: Balsa lässt sich mit allen handelüblichen Leimen und Klebern sehr gut und dauerhaft verleimen. Die Festigkeit der Klebefuge übertrifft dabei in der Regel bei Weitem die Festigkeit des umgebenden Holzgewebes. Schrauben/Nageln: Schraub- und Nagelverbindungen ergeben in Balsaholz absolut keine Haltekraft, sind also sinnlos. Oberflächenbehandlung: Die Oberflächenbehandlung von Balsaholz mit allen bekannten Lack- und Firnisarten (auf Kustharz-, Öl- oder Wasserbasis) ist in Bezug auf Filmtrocknung, Filmausbildung, ohne Verfärbung und Schleierbildung problemlos möglich. |
|
| Copyright 2007 Balsaworld.com | |