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Wald und Baum

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NOMENKLATUR
Handelsname: B A L S A
DIN-Kurzzeichen: BAL
Bot. Benennung: OCHROMA LAGOPUS Sw., Fam. BOMBACACEAE
Es sind weitere Ochroma-Arten bekannt die aber alle untereinander sehr ähnlich sind: O.Rowlee,O. Limonensis, O. tomentosa, O. pyramidale, u.a.
Weitere lokale Namen: Ekuador: Boya, Balsa Negra, Balsa Macho, Balsa Hembra. Lano (Kolumbien), Topa (Perú), Corkwood (Karibik), u.a. Pucro, ürsprüngliche indianische Bezeichnung für Balsa.
Ähnliche Holzarten: BALSA BLANCA, Heliocarpus popayanensis, Fam. Tiliaceae, natürliches Wuchsgebiet Ekuador und Süd-Kolumbien.
ESSESSANG, Ricinodendron heudelotii, oder R. africanum,  Fam. Euphorbiaceae.  Natürliches Wuchsgebiet West- und Zentralafrika.

NATÜRLICHE VERBREITUNG

Die natürliche Verbreitung von Balsa erstreckt sich über weite Teile des tropischen Süd- und Mittelamerika von Perú bis Südmexiko, mit dem heutigen Hauptwuchsgebiet im westlichen Ekuador, und den Westindischen Inseln.

Die vertikale Ausdehnung reicht praktisch ab Merresniveau bis auf etwa 1200 Meter üNN, kann aber durchaus noch in Höhenlagen bis 2500 Meter angetroffen werden. Die günstigste Höhenlage zwischen liegt zwischen 100 und 600 Meter, in der feuchten regenreichen Übergangszone vom Küstentiefland zur Kordillere.

In den Jahren zwischen 1930 und 1950 hat es mehr oder weniger erfolgreiche Anbauversuche gegeben sowohl in Ekuador und Mittelamerika, wie auch ausserhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes, in einigen Ländern Asiens (Indien und Malaysia), im Pazifischen Inselraum (Papua-New Guinea, Indonesien, Philipinen) und in Afrika (Zimbabwe, Kamerun, Ostafrika).

Soweit bekannt ist, wurden diese Anbauten aber meistenteils nur bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg betrieben, später dann aber aufgelassen oder nur noch lokal genutzt. Lediglich von den Anbauten auf Papua-New Guinea und Mittelamerika ist auch heutzutage noch eine teilweise kommerzielle Nutzung bekannt.

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STANDORT

Der Balsabaum ist ein typischer Vertreter von Formationen des Sekundärwaldes. Der Baum bevorzugt tiefere Küstenlagen, insbesondere Flussniederungsböden, meidet aber die Einflusszonen von Brackwasser.

Optimales Wachstum und Holzqualität werden nur in Höhenlagen von ca. 80 bis 300 Meter, auf leichten,tiefgründigen, gut drainierten und durchlüfteten, alluvialen Böden erreicht. Anhaltende Staunässe ist unbedingt zu meiden, da der Baum darauf sofort mit Schädigung der Kapillarwurzeln reagiert. 

Die klimatischen Ansprüche und die Lichtbedürftigkeit von Balsa sind sehr hoch. Balsa benötigt eine gleichmässig verteilte Regenmenge von etwa 1500 bis 2500 mm/Jahr mit einem Tempraturbereich von ca. 22 bis 28° C. Trockenzeiten von einigen Monaten, wie z.B. in der ecuatorianischen Küstenregion üblich, werden nur toleriert wenn dabei die mittlere relative Luftfeuchtigkeit nicht unter ca. 75% absinkt.

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DER BAUM

Balsa ist eine ausserordentlich schnellwüchsige, immergrüne, Lichtholzart (Laubbaum). Der Schaft ist schlank, zylindrisch und etwa bis auf 2/3 seiner Höhe Astfrei. Die glatte,  grau-weiss gesprenkelte Rinde ist ca. 1,5-2,0 cm dick, der Bast weich-faserig und sehr wassereich (Rinden-Volumenanteil ca. 4%). Die Rinde lässt sich leicht vom Stamm abschälen. Der Baum reagiert sehr empfindlich auf Ast- und Rindenverletzungen (Pilz- und Insektenbefall).  Die kleine Krone zeigt dicke, wenig verzweigte Äste.
Auffallendes Merkmal sind insbesondere bei jungen Bäumen die langstieligen und herzförmigen grossen Blätter (ca. 30 x 40 cm).

Die glockenförmige, ca. 14 cm lange, weiss-rosa Blüte beinhaltet die spiralig gedrehten Staubgefässe. Die Frucht besteht aus einer länglichen, mehreckigen Kapsel von ca. 22 cm Länge in der die Samen in einer bräunlichen Wolle eingebettet sind. Das Ausscheiden der Samen bei Reife geschieht durch aufsprengen der Kapsel und der Luftverbreitung der in dieser Wolle eingebetteten Samenkörnchen. Balsa fruktifiziert erstmals mit 4-5 Jahren. Die Samen sind leicht oval, etwa 1 x 2 mm, mit einem 1000-Korn-Gewicht von etwa 100-120 Gramm. 

Das Längen- und Dickenwachstum von Balsa ist enorm. Bereits nach dem zweiten Jahr erreicht der junge Baum eine Höhe von ca. 4-6 Meter und einen Durchmesser (BHD) von 12-16 cm. Entspr. den Standortbedingungen erreicht er seine optimale Schlagreife nach 6-7(8) Jahren (= Umtriebszeit), mit Höhen von ca. 16 bis 22 Meter und einem Durchmesser (BHD) von ca. 28 bis 36 cm.

Mit zunehmendem Alter, ab etwa dem zehnten Jahr, flacht die Wachstumskurve merklich ab. Das Holz beginnt stark zu verkernen und zur Kernfäule zu neigen. Es wird auch merklich schwerer und farblich dunkler (rötlich-hellbraun, auch "Balsa Macho" genannt). In Altbeständen und optimalen Standortbedingungen können Höhen bis zu 40 Metern und Durchmesser von 70-80(100)cm erreicht werden. Holz aus solchen überständigem Bewuchs ist allerdings aufgrund seiner übermässigen Härte und sonstiger qualitätsmindernder Merkmale in der Regel für die spezifischen Verwendungszwecke kaum mehr geeignet.
Der Stamm neigt in der Regel zu mittel bis stark exzentrischen Wuchs.

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WALDBAU

Als typischer Vertreter von Sekundärwaldformationen und echter ãPionier der ersten Stundeä, verjüngt und verbreitet sich Balsa auf grösseren natürlichen Lichtungen, aufgelassenen ehem. landwirtschaftlichen Nutzflächen (wie z.B. Weideflächen, Kakao-, Kaffee- oder Bananenplantagen), Brandrodungsflächen, u.ä. Im natürlichen Bewuchs bildet Balsa selten grossflächige Reinbestände (Wälder), sondern mehr oder weniger grosse Bestandsflecken, die sogn. "Manchas" und oft in Assosiation mit anderen Baumarten.

Balsaholz aus Beständen natürlicher Verbreitung fällt bei der sogn. Kolonisierung an, u.a. hervorgerufen durch den starken Bevölkerungsdruck. Das heisst, das abholzen dieser Sekundärwaldflächen zwecks intensiver Agrarbewirtschaftung. 
Zwangsläufig wurden (und werden) dadurch im Laufe der letzten Jahrzehnte die natürlichen, optimalen Standortgebiete für Balsa (Boden, Klima, Höhenlage) immer weiter eingeengt, um einer ertragreicheren landwirtschaftlichen Nutzung Platz zu schaffen.

Um eine qualitative und quantitative Rohstoffsicherung sicherzustellen waren die ecuatorianischen Balsaholzverarbeiter darum bereits sehr früh gezwungen, auf privatwirtschaftlicher Basis Plantagenbetriebe anzulegen und zu bewirtschaften.
In Ekuador werden heute bereits knapp 18.000 Ha. Balsaplanzungen bewirtschaftet, mit ständig steigernder Tendenz. Der grösste Teil der Verbrauchsvolumen des  ecuatorianischen Balsaholzes stammen bereits aus Plantagenbeständen u/o nachhaltig bewirtschafteten Wäldern.

Für die Aufzucht der Balsapflanzen haben sich zwei Verfahren herauskristallisiert: Die Direktsaat auf einer unkrautfreien, vorbereiteten Fläche im 3 x 3 Meter Verband, wobei die Planzen später vereinzelt werden müssen, oder die Aufzucht in Baumschulen und das Auspflanzen der ca. 1 Monat alten Pflänzchen. Die Pflanzfläche (die sogn. Corona) muss auf etwa 1 Quadratmeter ständig von Unkräutern, insbesondere Schlingpflanzen, befreit werden. Durch kontinuierliche Auslesedurchforstung wird die Stammzahl bis zum Abtriebsalter von normal 5-6 Jahren auf etwa 280 (+30/-60) Stämme pro Ha. reduziert.

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Balsabaum
Natürliche Verbreitung
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